Die Temperaturen fallen drastisch, und plötzlich liegt der versiffte Stadtboden unter etwas völlig Unbeflecktem. In einer Farbe, gemischt aus allen nur erdenklichen Farben des Lichts. So rein wie ein neugeborenes Kind zieht sie alle Blicke auf sich und bedeckt jede Fläche. Unsichtbar, doch dennoch da, liegt der versiffte Stadtboden darunter.
Jeglicher Eigenschaft beraubt, ist er stumm, sauber, kalt und bemalbar. Die weiße Fläche scheint so grenzenlos wie eine Prärie – und doch liegt sie mitten in der Stadt. Ein Drang, sich endlich frei zu bewegen, wächst im Körper. Ohne zu zögern tritt man auf das weiße Unberührte. Wie auf einem leeren Blatt Papier beginnt man, Spuren zu hinterlassen. Doch immer wieder legt sich neuer Schnee auf die gemalten Spuren. Einige werden für immer verschluckt, andere bleiben als schüchterner Abdruck zurück.
Doch wie alles auf dieser Erde schreitet auch die Zeit für den Schnee voran. Schließlich muss er sich dem Lauf der Dinge ergeben. Der versiffte Stadtboden gewinnt an Wärme und holt sich langsam seine Eigenschaften zurück. An einem Tag schließlich strahlt er wieder in seiner dreckigsten Versifftheit und schließt alle erneut in seine Grenzen ein.
