Wir reden zwischen Mehr und Nicht-mehr.
Hören auf zu lachen, doch werden gerne angelacht.
Einmal ist keinmal, und dreimal ist dann doch einmal zu viel.
Tag für Tag sagen wir stets dasselbe.
Die Zeit ist da, doch zeitlich liegt’s nicht drin.
Unsere Kompassnadel schwingt zwischen zwei Polen,
mal zu viel, mal nie genug.
Die Gratwanderung, perfekt zu sein, zehrt und zehrt.
Der Spiegel, den wir anschauen,
liegt hinter Fleisch und Knochen ganz tief in uns drin.
Tag für Tag die Tagung mit dem Tag,
dann zu müde für das Nächtigen mit der Nacht.
Unschlüssig und stumm wachen wir auf,
im Zweifel für uns selbst die Devise.
Also hört gut zu, liebe Buben und Mädchen:
Zweifelt nicht zu sehr an euch.
Zweifelt den fegefeuerartigen Zweifel in euch an.
Denn ein Rütteln ist nicht immer ein Erdbeben.
Fallt vom Grat auf die eine Seite.
Hört auf zu lachen, strahlt stattdessen wie zehntausend Leuchten.
Weint nicht nur, sondern löst euch auf wie Schnee in der Sonne.
Schreit nicht mehr, wenn ihr wütend seid, sondern reißt alles nieder.
Und vergesst nicht: Wenn ihr liebt, denjenigen ein Bahnhof zu sein, der sie weiterbringt.
