Ach, ich brauch nicht viel. Das Eigelb des Himmels, Kaffee der tote Tanten weckt und dich.

1993 beginnt in Paris die Unterzeichnung der Chemiewaffenkonvention. Bill Clinton ersetzt George Bush Senior. In Kambodscha finden unter UN-Aufsicht die ersten freien Wahlen seit mehr als 20 Jahren statt – und meine Mutter bringt mich zur Welt. Ungefragt, wohlgemerkt, so wie jedes Lebewesen, das jemals geboren wurde. Mindestens das haben wir alle gemeinsam.

Und in diesem Trubel von Ereignissen lernte ich, neben vielen anderen, die zynische Seite des Lebens kennen. Denn gute Nachrichten greifen kaum nach unserer Aufmerksamkeit. Eine Seite, die es mir ermöglicht, mich über Schmerzendes zu amüsieren.

Ich würde mich nicht als zynischen Menschen beschreiben – eher als jemanden, der auch andere Seiten anzieht, um verschlossene Augen in große Glubscher zu verwandeln.

Man kann mich Bürogummi oder auch Architekt nennen. Ich plane vier Wände für andere und schreibe planlos für mich. Sitze oft draußen oder drinnen im Kaffee. Höre zu und schaue hin. Wer etwas zu sagen hat, muss sich ab und an auch mal was anhören.

Und wenn ich eine Band hätte, würde sie Pit Stop Lullaby© heißen.